Landesjugendspiele in Moritzburg



Aufstehen! - Samstag, Turniertag. Und wie das an solchen Tagen so ist, fällt das Aufstehen da verdammt früh aus. Um sieben wollten wir uns im Stall treffen.
"Wir" waren in dem Fall Adele, Gesine, Kathleen, Barbara, Melanie und ich (Katharina), also fünf der acht B-Gruppen-Voltis, die mit nach Moritzburg fahren würden plus Melanie als tatkräftige Unterstützung in Sachen Lukas. Die anderen drei (Carsten, Jürgen und Anne) waren schon eher mit Thomas in Richtung Sachsenland aufgebrochen.
Im Vergleich zu anderen Turniertagen, war der Morgen sehr ruhig, da wir zur Abwechslung mal nur mit einer Gruppe und unseren beiden Einzelturnern Carsten und Jürgen aufs Turnier fuhren. Nachdem dann alle eingetrudelt waren, folgte das Standardprogramm: Lukas und Real putzen, Auto packen und letztendlich Pferd auf den Hänger stellen und losfahren. Real hat allerdings ganz schön verdutzt geguckt, als nur Lukas in Richtung Hänger geführt wurde. Ausnahmsweise mal recht pünktlich, rollten wir in Christines VW-Bus gegen acht im Verein los und drauf auf die A4 Richtung Dresden Moritzburg. Bis uns an der Abfahrt Erfurt West eingefallen ist, dass wir ja die Dresse vergessen hatten... Also noch mal retour.
Wieder im Verein angekommen, ernteten wir erst einmal eine ganze Menge erschrockener Blicke, weil wir schon wieder da waren. Nachdem Christine aber fix die Dresse und ein paar Kleinigkeiten, die wir noch vergessen hatten, zusammen gesucht hatte, hieß es dann "Moritzburg - Klappe die Zweite". Die Fahrt war warm und nicht ganz ohne Stau, aber im Großen und Ganzen doch ganz okay. Lukas stand wieder ganz normal auf dem Hänger und versuchte nicht, wie beim letzten Mal, sich in den Kurven hinzusetzen. Darüber glücklich, aber total durchgeschwitzt und mit einem kleinen Sonnenstich kamen wir halb zwölf in Moritzburg an.
Dann war erst mal Zeit zum Pferd abladen, umgucken und Haare einflechten. Unsere Prüfung sollte ja erst um drei beginnen. Die anderen drei und Laura hatten sich mittlerweile auch eingefunden.
Rechtzeitig wurde dann das Pferd zurecht gemacht und ablongiert und auch wir Voltis begannen uns aufzuwärmen. Rechtzeitig ist dabei genau das richtige Wort, denn grade als der Ablongierzirkel in der Halle frei wurde, fing es heftig an zu gewittern.
In der Halle dann die letzten Vorbereitungen vor dem Wettkampf. Jeder noch mal zum Einturnen aufs Pferd ... Weit kamen wir allerdings nicht, denn Anne, die als zweites an Lukas heranlief, knickte beim Abspringen um und konnte nur noch humpelnd und vor Wut und Enttäuschung heulend den Ablongierzirkel verlassen! Danach kümmerten sich die Sannis und die Leute vom Rettungsdienst um sie. Mist - alles aus.
Schon halb damit abgefunden, dass wir den weiten Weg umsonst gefahren waren, kam dann Christine angefegt und meinte: "Wir starten doch! Kerstin leiht uns ihren Michi!" Die Enttäuschung verwandelte sich in Hektik. Schnell für Michi ein Dress besorgen, ihn der Größe nach in die Gruppe einreihen und ihm noch schnell erklären, was er turnen sollte. Was soll man sagen, Michi hat seine Sache super gemacht und aus dem Kalten die drittbeste Pflicht und eine ordentliche Kür hingelegt (auch wenn es in der Dreier einige Unstimmigkeiten beim Anfassen und daraus folgend ein gequält lächelnden, etwas breitbeinig laufenden Jürgen gab). Trotz des Handicaps hatten wir uns also doch ganz gut geschlagen. An dieser Stelle dafür ein riesengroßes DANKESCHÖN an Michi!
Nun hatte der Lukas ein Stündchen Pause, bis er noch mal mit Carsten und Jürgen an den Start gehen sollte. Beim Einlauf der beiden, gab auch die Gruppe noch mal alles - was das Anfeuern betraf.
Die Pflicht lief bei beiden wie im Training. Jetzt noch die Kür. Jürgen, der als Erster an der Reihe war, kam unzufrieden wieder vom Pferd. Hier und da eben eine Sache, die besser hätte laufen können. Trotzdem hatte er aber einen guten Eindruck hinterlassen. Carsten turnte die Kür nahezu fehlerfrei. Uns stockte zwar allen bei seinem Handstand weit hinter der Senkrechten mal wieder fast der Atem, aber damit beendete er seine Kür mit einem Ausrufezeichen.
Kurz vor der Siegerehrung war dann auch unser kleiner Unglücksrabe Anne wieder aus dem Krankenhaus zurück. Die Untersuchung hatte zum Glück ergeben, dass nichts weiter kaputt gegangen war und sie doch noch Glück im Unglück gehabt hatte. An dieser Stelle wünscht die Gruppe GUTE BESSERUNG!
Die Siegerehrung bildete dann den Abschluss des Turniertages! Das offizielle Ergebnis lautete: die Gruppe Dritter (drei Tausendstel hinter Pahren als Zweitplatzierter), Jürgen Elfter und Carsten Zweiter! Wie sich später allerdings herausstellte, hatte man sich im computergeschriebenen Gruppenprotokoll vertippt und Carstens Mühlennote gedrückt! Laut dem neuen Ergebnis waren wir also doch auf dem zweiten Platz gelandet.
Mit unseren Schleifen und den Ehrenpreisen geschmückt, hieß es nur noch schnell bei strömendem Regen den Lukas aufladen und dann ab Richtung Heimat.
Wieder im Verein angekommen, wurde nur schnell das Auto ausgeräumt und das Pferd versorgt, bevor alle müde ihr Zuhause ansteuerten.

by Katha
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