Deutesche Meisterschaften im Voltigieren 2005



Dieses Jahr waren die Deutschen Voltigiermeisterschaften in Sachsen, genauer, auf dem Schlohbachshof in der Nähe vom Leipzig. Da meine Mutter Christine und ich als Helfer und Aktive am Start waren und unsere Trainingszeit auf Donnerstag 10.10 Uhr festgelegt war, sind wir schon am Mittwoch gegen 19.30 Uhr mit Katha als Pflegerin und Real im Gepäck aufgebrochen.
Nach der Ankunft im Dunkeln wollten wir eigentlich nur noch Real in seine Box bringen und versorgen...Nix wars! Kaum aus dem Auto ausgestiegen, kamen uns schon die Voltigierer des A-Teams Peiler entgegen, die noch Würstchen vom Grillen übrig hatten und uns so gleich noch eine warmes Abendessen verschafften. An dieser Stelle noch einmal ein Dankeschön an die Voltis vom Peiler-Team!
Dann ging es nur noch schnell in unser Appartement. Als ich Katha zu Liebe auch noch die drei Spinnen aus dem Bad beseitigt hatte, krochen wir endlich in unsere Schlafsäcke.

Der Donnerstag begann recht früh für uns: aufstehen um sieben und dann Pferd versorgen und putzen. Zum Glück konnten wir für Real auch noch eine „richtige“ Box organisieren, nachdem der große Kerl die erste Nacht in einer ziemlich kleinen Containerbox im Stallzelt verbracht hatte.
Vor dem Training mussten wir noch mal als Helfer ran und den Hof kehren. Erst dann konnte ich in Vorbereitung auf die Wettkämpfe in den folgenden drei Tagen noch einmal aufs Pferd und mich mit den Gegebenheiten auf dem Schlohbachshof vertraut machen.
15.00 begann dann die Verfassungsprüfung. Diese bestand Real als 25stes Pferd trotz einiger Wirrungen bei Katha, die ihn vorstellte, ohne Probleme.
Für den Abend war noch einmal eine Helferbesprechung angesetzt, bei der wir in Gruppen für unsere Aufgaben in den nächsten Tagen eingeteilt wurden und wegen Helfermangel Katha noch nachrekrutiert wurde.

Freitag...würde ich am liebsten streichen! Der Vormittag begann ja noch normal: Pferd versorgen und putzen und dann als Helfer bei der Pflicht der Gruppen Zirkel harken.
Als wir uns dann nach dem Mittag auf dem Ablongierzirkel vorbereiteten, sah auch alles noch ganz gut aus, aber im Turnierzirkel lief es überhaupt nicht. Real, der in seiner großen Box anscheinend super geschlafen hatte, legte im Wettkampf den großen Gang ein. Dementsprechend schwierig war es für mich, ordentlich zu turnen. Dazu kamen auch noch einige Patzer von mir und ein unfreiwilliges Verlassen des Pferdes beim einbeinigen Stehen. Resultat: 19. Platz nach dem ersten Tag.
Da konnten mich auch Adele, Gesine, Melanie, Julia und Marie, die zum Zugucken gekommen waren bzw. am Abend das Lagerfeuer und die Mittelaltermusik nicht mehr groß aufmuntern.

Samstag lief unter dem Motto: „Hauptsache nicht noch einmal so wie gestern!“ Dafür stand ich um sechs auf und versuchte mich mit joggen und ein bissel dehnen schon auf den Wettkampf vorzubereiten. Auch Real musste an diesem Tag mehr tun als am Freitag. Für ihn hieß es zwei Stunden vorher ablongieren, damit er im Turnierzirkel diesmal nicht mehr so gängig war.
Unsere Taktik ging auf. Dafür, dass das bei allen Einzelturnern recht unbeliebte Technikprogramm auf der Tagesordnung stand, lief es doch ganz gut bei mir. Mit meinem 14. Platz war ich daher recht zufrieden. Den Freitag hatte ich mittlerweile abgehakt. Nun lag die Konzentration voll auf dem Sonntag! Immerhin galt es für mich ja noch die Aufholjagd in Sachen Gesamtwertung zu starten.
Den Nachmittag verbrachte ich damit, den Zirkel nach der Kurzpflicht und Kür jeder Gruppe zu harken. Für abends war die Ehrung aller Pferde und Teilnehmer und dann noch ein Konzert einer Countryband angesagt, die Lieder aus den Charts in den Countrystyle umgewandelt hatten. Die Meinung der Leute über die Musik ging dabei sehr auseinander. Dass es für die Pferde ganz schön stressig war, da waren sich aber alle einig.
Als ich dann schlafen gehen und dafür mein Dress, das über dem Schlafsack an einem Balken hing, weglegen wollte, stellte sich das allerdings als kleines Problem heraus. Die Lampe, an der das Dress hing, war zwischendurch nämlich angemacht worden ... und die Ärmel vom Dress zusammengeschmolzen ... Aber ein guter Voltigierer ist ja immer für alle Ernstfälle gerüstet und so würde ich am Sonntag wohl oder übel in meinem leicht zu engen Ersatzdress turnen müssen.

Um am Sonntag für die Kür auf Nummer sicher zu gehen, lief die Vorbereitung auf den Wettkampf wieder wie am Vortag. Ich stand um sechs zum Joggen auf und Real wurde wieder zwei Stunden ablongiert.
Im Turnierzirkel dann klappte alles super. So ein GEILES (Entschuldigung) Gefühl und so viel Spaß hatte ich noch nie. Sogar den Handstand seitwärts hielt ich vier Galoppsprünge! Danach kamen auch mehrere Leute zu mir und sagten, dass ich noch nie so gut und mit so viel Ausstrahlung geturnt hätte. Und gerade das hat bei mir ganz schön was zu heißen!
Für die Tageswertung bedeutete dies Platz 10 (und die zehntbeste Kür geturnt zu haben, ist guuuut! *grins*) und in der Gesamtabrechnung hatte ich mich durch das gute Ergebnis heute noch bis auf den 14. Platz vorgearbeitet. Letztendlich war ich also ganz zufrieden mit mir.
Danach konnte ich mir dann noch in Ruhe die Küren der Gruppen anschauen, bevor es ans Zusammenpacken ging. Nach Siegerehrung und Helfertreffen sind wir dann wieder gen Heimat gefahren und waren, dank Stau, gegen 21 Uhr zu Hause. Dort haben wir nur noch schnell das Pferd in den Stall gebracht und alles abgeladen. Danach ging es schnell ins Bett, denn am nächsten Tag war ja für alle wieder Arbeiten angesagt.

Vielen Dank noch mal an alle, die mich unterstützt und mit angefeuert haben!

Bis zum nächsten Mal


Carsten
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