C-Team-Cup 2008


Nachdem wir uns bei dem Voltigierturnier in Waltersleben für den C-Team-Cup qualifiziert hatten, haben wir unheimlich viel trainiert und waren mittlerweile schon alle ziemlich aufgeregt. Am Freitag, dem 20.6.2008 war es dann endlich so weit, Waltersleben II vertrat Thüringen beim C-Team-Cup.

Die Qualifikationsrunde wurde in drei Blöcke geteilt und da wir den kürzesten Anreiseweg hatten, waren wir schon am Freitag dran. Aus diesem Grund nahmen wir alle Schulfrei und trafen uns früh um neun im Stall, um 10.00 Uhr sind wir dann nach Gera-Wolfersdorf gestartet. Nach reaktiv kurzer Fahrt von nur zwei Stunden landeten wir am Bestimmungsort. Lukas haben wir nicht gleich abgeladen, was er nicht allzu angenehm fand, aber es beschäftigte ihn die ganze Zeit jemand, während der Rest frühstückte oder sich den Haaren widmete. Bald waren aber alle Hände bei den Frisuren gefragt, die nur irgend auf zu treiben waren, weshalb uns Josi dabei geholfen hat. Heraus kam dabei ein schöner Dutt mit Duttring oder auch Donought genannt darunter und analog zu den Streifen der Dresse gab es noch einen roten und einen weißen Streifen Moosgummi in die Haare. Damit das dieses mal auch auf alle fälle halten sollte packten wir unseren Alleskleber aus und pappten die Enden damit auf Haaren und Stirn fest. Die zwei kleinen bekamen schöne glitzernde Pailletten in die Haare, allerdings mussten wir feststellen, dass diese nicht all zu gut zu sehen waren.

Während wir also mit unseren Haaren beschäftigt waren, wurde Lukas schon geputzt und Christine ging mit ihm zur Verfassungsprüfung. Da stellte sich heraus, dass wir die Gerte vergessen hatten. Hoffentlich blieb das das Einzige daheim geblieben Utensil! Unser Voltigierpferd kam trotzdem durch und langsam wurde es auch Zeit uns und ihn startklar für die Prüfung zu machen. Also wurde alles ausgepackt und sehr genau auf Lukas platziert, damit auch nichts zu rutschen anfangen konnte. Die ganze Gruppe hatte dann auch schon Dresse an, nur ich war wieder Bummelletzte.

Da wir zu unserem Missvergnügen Startplatz 1 zugeteilt waren, konnten wir am Freitag schon in der Halle ablongieren, statt auf dem staubigen Platz draußen. Auch einturnen konnten wir drinnen und stellten mal wieder fest, dass so ein weißes Pad echt ungünstig ist, denn es war schon vor dem Start etwas dreckig. Die Aufregung hatte sich immer noch nicht gelegt, alle waren sich bewusst, was das für ein großes Turnier ist und da die Gruppe ja sehr jung ist, war die Spannung deutlich zu merken. Dann kam die Ansage zum Start. Wir sollten das Turnier eröffnen. Thomas kam noch einmal zu uns und wünschte uns viel Glück und Erfolg. Und dann klingelte Bernd Rockefeller mit der Glocke.

Wir liefen ein und auf einmal fiel alle Anspannung von uns ab und wich der Konzentration, zumindest sah es von außen so aus. Die Pflicht lief nach unseren Verhältnissen recht gut und vor allem das Stehen klappte bei allen, was bei Cosi und anderen wahre Höhenflüge hervorrief, da sie eine 8,5 bekam. Ja, die Kür war dann eher mäßig. Miri ist anscheinend immer für eine Überraschung zu haben: Weil ich ihr vorher nicht eingetrichtert habe, dass sie bei ihrem Sprung über Marie auch hoch springen muss, ist sie mit den Zehenspitzen hängen geblieben, was zu einem sehr gekonnten Bauchklatscher auf dem Gurt führte. Das hat sie noch nie gemacht, wahrscheinlich war sie doch etwas aufgeregt. Auch Marie sorgte für einen Schreckmoment, als sie beim Rollaufgang drohte, kopfüber wieder im Dreck zu landen, aber auch das konnte gerettet werden. Alles in Allem war es aber eine gelungene Vorstellung, was wir nicht ohne unseren Lukas geschafft hätten. Der ging nämlich so wunderbar, dass wir uns nicht beklagen konnten, auch wenn ihm der Boden etwas missfiel. Als wir nun ausliefen fiel wirklich alle Anspannung von uns ab, allerdings beschwerten sich Marie und Miri wieder über ihre  ganzen Fehler, die sie selbst gemacht hatten und ärgerten sich gründlich. Kurz darauf standen wir vor der Tür, die nächste Gruppe war noch nicht einmal eingelaufen, da wurde schon unsere Wertnote bekannt gegeben. Gespannt lauschten wir dem Ansager und befürchteten das schlimmste. Aber es kam besser: 5,730. Damit hatten wir uns zum letzten Turnier um 0,3 gesteigert und endlich unsere erste Aufstiegsnote geholt. Die Freude war riesig.

Nun ging aber das große zittern los. Als Ziel hatten wir uns nicht nur eine Aufstiegsnote gesetzt, sondern auch die Teilnahme am Finale. Gleich die zweite Gruppe schob sich noch vor uns und wir zitterten weiter. Den restlichen Tag verbrachten wir damit, in der Sonne zu liegen oder den anderen Gruppen zuzuschauen. Dann wurde Thomas vom MDR zum Interview gebeten, da er LK beauftragter war. Nach sieben Gruppen war dann auch schon Siegerehrung, die anderen Starter waren mit ihrer Qualifikation erst am Samstag dran.  Als Gruppe belegten wir am Freitag den dritten Platz, was heiß, dass wir noch den ganzen Samstag bangen mussten, ob wir ins Finale kamen, schließlich war die genaue Teilnehmerzahl nicht festgelegt worden. Außerdem wurde noch eine Wertung für die besten Pflichten durchgeführt. Darin belegten wir Platz sechs und sieben, um nur zwei zu nennen. Aber wie gesagt, ohne Lukas alias Leroy wäre es nicht möglich gewesen. Er belegte zusammen mit Christine als Longenführerin den ersten Platz in der Pferdewertung.

Nun ging es erst einmal heimwärts, alles auspacken und warten... Nachmittag, als alle anderen Gruppen gestartet waren bekam ich dann einen Anruf von Christine, die auch den Samstag in Wolfersdorf verbracht: Wir sind nur noch elfter von 20, aber man hatte sich entschieden, die besten 12 ins Finale zu nehmen. Als ich die anderen Gruppenmitglieder anrief, um ihnen die freudige Nachricht mit zu teilen, fielen mir bald die Ohren ab. Alle schrieen mir vor Freude auf einmal lautstark ins Ohr.

Da wir nun also im Finale waren heiß es am Sonntag um sechs im Stall losfahren, was schon mit der Anwesenheit um fünf verbunden war, schließlich mussten wir Lukas noch putzen, einpacken, Hänger anhängen... Fast pünktlich kamen wir los.

Am Austragungsort angekommen, mussten wir uns dieses Mal sehr mit den Haaren beeilen, da Josi nicht zum helfen da war und wir schon als zweite Gruppe einlaufen sollten. Aus diesem Grund ließen wir jegliche Pailletten in den Haaren weg. Aber pünktlich wie unsere C-Voltigierer nun mal sind, kamen Cosi und Miri, wie gefordert, pünktlich zehn nach acht zu Christine, um ihr mit Lukas zu helfen. Sie trafen sie gerade beim Frühstück an, was sie dann nicht einmal beenden konnte. Die Erwärmung fiel dann allen schon früh am morgen recht schwer, da es wahnsinnig warm war. Trotzdem ermunterte ich alle dazu die Pflicht auf dem Boden durch zu turnen, wieder und wieder. Auch Carsten gab heute noch vereinzelte Kommentare dazu. Auf einmal wurde die Zeit knapp und wir wurden schon in die Halle gebeten, nachdem nur zwei Leute auf Lukas waren. Drinnen auf dem Ablongierzirkel holten wir das dann nach und immer noch wurde auf dem Boden an der perfekten Armhaltung gefeilt. Nachdem uns Thomas wieder gut zugeredet hatte und viel Erfolg gewünscht hatte ging es auf ein Neues in den Zirkel.

Für das erste nur Pflicht, die Kür sollte später folgen. Ohne grobe Fehler und alle mit erstaunlich langen Beinen absolvierte jeder seine zwei geforderten Blöcke. Es war keine schlechte Leistung, alles sehr sicher und auch hier schon mit viel Ruhe und Ausstrahlung. Thomas war anschließend ganz begeistert. Gespannt erwarteten wir unsere Wertnote und waren wiedermal hingerissen von unserer Steigerung: Allein in der Pflicht brachten wir es auf eine 5,700. Die meisten Punkte verloren wir in den Aufgängen, da die letzten vier alle recht klein sind und Lukas so groß, aber natürlich werden wir uns diesem Problem in Zukunft widmen. Zwei Stunden blieben uns für die Mittagspause, zum essen und chillen im Schatten.

Dann ging es schon wieder auf zur Kür. Leider konnte ich die Gruppe nun nicht mehr zu einer intensiven Erwärmung veranlassen. Alle alberten nur rum. Da turnten wir eben nur die kritischen Elemente der Kür auf dem Pferd warteten gespannt auf das Klingelzeichen. Christine lief mit Lukas an uns vorbei und fragte mich noch, ob ich nicht am Ende noch etwas turnen könnte, weil wir immer so viel Zeit über haben. Ähm, ja, ich werde es wohl mit der freien Standwaage probieren.

Da ich Miri auf ihren Wunsch hin noch eine Liste runterleiern musste, auf was sie alles achten muss, lief die Kür erstaunlich gut. Aufgänge hatte ich bei der Liste natürlich nicht erwähnt, da diese bisher immer klappten, aber wie gesagt, sie ist immer für was Neues zu haben, oben angekommen ist sie trotzdem. Cosi zeigte im Flieger noch einen putzigen Sturzflug und meine Standwaage war zwar ich schon, dafür aber frei, aber alles halb so wild. Die Kür an sich ist ja recht einfach gehalten, aber unser Ausdruck und die Musikinterpretation wurde sogar im Liveticker von Leo gelobt. Zufrieden liefen wir dann aus, schon halb zerflossen in den warmen Dressen. Aber nicht, dass wir uns gleich umziehen konnten, nein, jetzt mussten wir ohne Pferd noch einmal einlaufen und bekamen sofort unsere Noten gesagt. Die Schwierigkeit fiel nicht all zu berauschend aus, aber dafür war die Ausführung ziemlich gut, wodurch wir auf die Kür eine 6,079 erhielten. Zusammen mit der Pflicht ist das dann wohl unsere zweite Aufstiegsnote mit 5,890. Vorne mitmischen konnten wir damit nicht, trotzdem waren wir über die Fortschritte und das Erreichte sehr zufrieden.

Die restliche Zeit bis zur Siegerehrung verbrachten wir in der Halle und sahen den anderen Gruppen bei ihrer Kürvorstellung zu. Am  Ende des Tages konnten wir mit einem 10. Platz beim Bundesweiten Vergleich der L-Gruppen aufwarten. Anschließend ging es vom Wochenende geschafft wieder nach Hause.

Glückwunsch noch den Siegern und Platzierten und Dank an die Eltern, die den Fahrdienst übernahmen.

Für uns geht es diese Woche noch einmal weiter mit viel Training für die Landesmeisterschaft am nächsten Wochenende in Mühlberg.

Adele


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